Nach vielen Jahren der Angst, Leid und Trauer unter dem Nationalsozialismus in Deutsch­land, dem Kriegswahnsinn und der Menschenverachtung wurde der 2. Weltkrieg in den letzten Apriltagen, und mit der Kapitulation im Mai 1945, durch die die alliierte Streitkräfte auch in unserm Raum beendet.

Mitte April 1945 stand auf der östlichen Seite der Elbe bzw. westlich von Burg eine Militär­einheit, deren Bereich vom Raum Rogätz bis an die Autobahnbrücke reichte. Diese soge­nannte Infanterie – Division Schill hatte einen Brückenkopf westlich der Elbe gebildet, der jedoch in kürzester Zeit von den vorrückenden amerikanischen Truppen überlaufen wurde. Diese Kampfgruppe Schill richtete sich auf die Verteidigung des östlichen Elbufers ein.

Das 120. Infanterie – Regiment der US Streitkräfte erreichte am 15. April 1945 das westli­che Elbufer, führte jedoch nur Erkundungen durch, ohne den Angriff weiter zu führen.

amerikanisches Luftbild vom Mai 1945

amerikanisches Luftbild vom Mai 1945

Am 19. April hatten sie Magdeburg endgültig eingenommen, wurden dann weiter nördlich umgruppiert. Sie besetzten den Bereich von Heinrichsthal bis an den Nordrand vom Mag­deburg. Eine Überschreitung der Elbe durch diese Kampfgruppe war nicht vorgesehen, wie es von den Deutschen befürchtet wurde. Diese US-Kampfeinheit hatte viel damit zu tun, die deutschen Soldaten, die sich in die amerikanische Gefangenschaft begeben woll­ten, einzufangen und abzutransportieren. Da die Autobahnbrücke bereits gesprengt war, kamen diese mit allem, was schwimmen konnte.

In den ersten Maitagen erreichten die sowjetischen Truppen die Elbe in unserer Gegend.

Am 05. Mai 1945 fand die erste Überfahrt amerikanischer Soldaten zum Ostufer statt. Von dieser Gruppe wurde ein formelles Treffen der Kommandeure vorbereite, das an diesem Tag am Nachmittag stattfand. Es wurde als sehr herzlich bewertet. Alle waren froh, dass die Kriegshandlungen endlich zu Ende waren.

Mit der Kapitulation von Hitlerdeutschland am 08. Mai 1945 war der Krieg zwar beendet, die Probleme für die Bevölkerung jedoch noch nicht. Wenn auch die Rote Armee in Möser eine Kommandantur einrichtete, die für Ordnung sorgen sollte, so blieben jedoch Übergriffe auf die Bevölkerung nicht aus. Das jahrelange Schreckensbild, das diese Soldaten sehen mussten, konnte nicht einfach verdrängt werden. Dabei wurde alles, was passierte, den „Russen“ in die Schuhe geschoben. Bekannt ist jedoch und auch in gewisser Weise ver­ständlich, dass viele Vergehen von den in ihre Heimat zurück flutenden Zwangsarbeiter verübt wurden. Bei diese von den Deutschen verschleppte und zur Arbeit gezwungenen Men­schen verschiedenster Nationalitäten und Volksgruppen, die nun frei und ohne Kontrolle waren, entwickelte sich in den ersten Nachkriegstagen automatisch eine kriminelle Energie, unter der nun die deutsche Bevölkerung zu leiden hatte. Aber auch dieses Problem wurde gelöst, so dass bald die Sicherung der Versorgung in den Vordergrund rückte.

Heute, 65 Jahre nach der Beendigung des Kriegswahnsinns, müssen wir uns immer wie­der daran erinnern, was dieser Krieg angerichtet hat und dafür Sorge tragen, dass dieser Teil unserer Geschichte für immer ausgeschlossen ist.

2 Antworten bis “Ende des 2. Weltkrieges vor 65 Jahren”

  1. H. Menzel sagt:

    Einen herzlichen Gruß an die Gartenstadt Möser. Ich habe diese Seite gelesen und kann euch wieder neueste Erkenntnisse mitteilen, was die sowjetischen Einheiten betrifft. Ich verfüge cseit wenigen Tagen nun auch über die russ. Generalstabskarten und bin in der Lage die genauen Einheiten zu benennen, die Möser besetzten, am 5.5.45., die Division und deren Regimenter. Bei Bedarf, meldet euch.

  2. H. Menzel sagt:

    Noch einmal einen herzlichen Gruß an die Gemeinde.
    Am 5.Mai 1945 erreichte die 312. russische Schützendivision Möser, Gerwisch und Lostau. Diese Division gehörte zum 61. Schützenkorps der 69. Armee. Zur Division gehörten die Schützenregimenter 1079, 1081 und 1083, sowie das 859. Artillerie-Rgt.. Außerdem noch einige selbständige Btn, Train, Med usw.
    In und um Pietzpuhl lag an diesem Tag das 33. schwere selbständige Pz.-Rgt mit T34 und Stalin-Pz. Bei Wörmlitz im Wald lag die 12. Pz-Art.-Brigade, die wohl auch die Panzersperre Gerwich beschoss. Aus den vorliegenden russ. Stabskarten geht hervor, dass diese Schützen-Einheiten auch noch, zwar umgruppiert, bis zum 31.5.1945 dort lagen.

Eine Antwort hinterlassen

(erforderlich)

(erforderlich)

Du kannst diese HTML Tags und Attribute benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

© 2010 Heimatverein der Gartenstadt Möser Webdesign: WEB-Service Uwe Gabbert Suffusion WordPress theme by Sayontan Sinha